
Anche l’ORF riferisce in merito:
I giovani tendono a fare autodiagnosi e diagnosi illusorie
Gli psicologi si confrontano sempre più spesso con adolescenti e giovani adulti che vengono allo studio con una “autodiagnosi o diagnosi desiderata”. Se la diagnosi non viene confermata si verificheranno forti reazioni, secondo i ricercatori di Krems.
https://www.kleinezeitung.at/lebensart/gesundheit/20523170/psychologen-viele-junge-wuenschen-sich-diagnosen-wie-adhs-oder-autismus
di Classic_South_5374
28 commenti
Also meine Zwangsstörung war so klar ne Zwangsstörung, dass ich in der Selbstdiagnose korrekt war. Ich glaube wenn ich nicht vor meiner Erkrankung gewusst hätte was das ist, hätte ich mich noch elender gefühlt. Es war tatsächlich hilfreich, das Wort “Zwangsgedanken” zu haben.
Gewünschte Opferrolle quasi.
Als jemand, der wegen eines körperlichen Handicaps als Kind viel bei Ärzten und Therapeuten war, ist das etwas was ich überhaupt nicht nachempfinden kann.
Die Menschen wissen gar nicht, was für ein Privileg es ist, durchschnittlich und neurotypisch zu sein.
Ich würde eher sagen “viele junge Menschen wünschen sich eine Erklärung warum sie sich in der Welt geprägt von Leistungsgedanken und Kapitalismus so ausgelaugt fühlen”. Es ist einfach der Drang einen Namen für das zu finden, was sie fühlen und einen greifbaren Grund den sie dann googlen können um sich dann mit anderen auszutauschen und nicht mehr so fehl am Platz zu fühlen
Seltsame Entwicklung. Ich habe aufgrund psychischer Erkrankungen 50% Behinderung von der PVA vor zwei Jahren erhalten. Für mich ist das kein Erfolg eine Liste von Einschränkungen zu haben.
[deleted]
Schwappt jetzt von den USA alles herüber. Die ganze gestörte rechtsextreme “ich lass mich nicht bevormunden och zahl ja den Arzt dafür” Mentalität.
Ich lese da nirgens heraus, dass es viele sind sondern nur “(viel) mehr als früher”.
Ich habe ADHS und wünsche das wirklich niemanden.
Tiktok Trend für Aufmerksamkeit
Ja, braucht halt ein wenig Reife zu verstehen das diese Diagnosen nicht einfach nur super Additionen fürs social media profil sind, sondern echte psychische Krankheiten die das Leben deutlich schwieriger gestalten.
Gibt sich auch immer ganz toll als Ausrede her, wenn man Scheiße baut.
Bzw. permanenter Stress, und die dadurch entstehenden psychischen Probleme würden sich halt super damit erklären lassen. Aber gegen Raubtierkapitalismus hilft halt kein Antidepressiva.
Vielleicht auch einfach der „Wunsch“ sich seinen Poscha irgendwie zu rechtfertigen/argumentieren.
Ausgenommen natürlich die, die wirklich krank sind.
Nicht nur die jungen, leider
Ich hör so oft ‘ich hab adhs’ – aber es gab nie eine Diagnose (mitte 30 menschen)
wenn man den ganzen Tag vor dem Handy sitzt oder vor dem Fernseher oder allgemein nur rumsitzt und keinerlei Bewegung macht… denke ich mal dann bekommt jeder eine Art ADHS wir brauchen einen Ausgleich zum Sitzen und Liegen. dieses Dauerfeuer aus Medien überlastet irgendwann jeden. wer ist das letzte mal spazieren gegangen in der Natur und wann ohne jede tolle Blume und jeden Stein zu posten… einfach so. das bewirkt schon sehr viel.
tl;dr: Die Studie misst ja nur, dass es stärkere Meinungen der Patienten gibt. In der Interpretation nehmen sie aber an, dass der Arzt immer recht hat. Das halte ich für ausgemachten Unsinn, der sich auch einfach widerlegen liesse, wenn sie Patienten mit (offiziellen) Diagnosen fragen würden, wieviele Fehl- oder Nichtdiagnosen sie vorher bekommen haben. Das ist nämlich die Regel, nicht die Ausnahme.
Langer Text:
Das ist gut. Früher hätte ich das vielleicht für besserwisserisches Ärzte-shopping gehalten. Heute weiss ich: Fehldiagnosen sind bei komplexeren Krankheiten (und einigen sehr einfachen zB Endometriose, und den häufigen Darmkrankheiten) der absolute Regelfall. Man muss für sich selbst und sehr häufig auch gegen den Arzt kämpfen, um richtig behandelt zu werden.
Ganz besonders die Ärzte, die von eigener Recherche der Patienten beleidigt sind, sind meistens die grössten Idioten. Ein guter Arzt begrüsst es, wenn Patienten sich selbst informieren, und kann eventuelle Fehlinformation und Fehlschlüsse mit dem Patienten besprechen. Ja, manchmal ist in der Konstellation auch der Patient das Problem. Das ist aber allermeistens Schwurblerkram und nicht eine reale Diagnose wie ADHS oder Autismus.
Unser Gesundheitssystem hat nämlich auf der anderen Seite auch ein grosses Problem mit besserwisserischen Ärzten, die dem Patienten nicht richtig zuhören, sich nicht richtig fortbilden, oder keine seriöse Differentialdiagnose durchführen. Daher glaube ich, dass Selbstdiagnosen bei vielen Krankheiten zB ADHS, Autismus oder auch die oben genannten Endometriose nicht schlechter sind als ärztliche Diagnosen. Es ist heutzutage absoluter Alttag, dass Patienten mit diesen Krankheiten sich selbst richtig diagnostizieren lange bevor sie eine offizielle Diagnose bekommen.
Stell dir vor du wirst deine ganze Kindheit und auch im Erwachsenenleben von anderen Menschen, aufgrund deiner „komischen Art und Weise“, ausgeschlossen und gemobbt. Jahrelang fragt man sich was mit einem nicht stimmt. Und dann wird behauptet man suche sich eine „Wunschdiagnose“ um irgendwo dazu zu gehören..
Dazu gibts ein richtig gutes Buch. “Digitale Diagnosen” von Laura Wiesböck. Sie beschäftigt sich eben genau mit dieser Frage: Warum dichten sich so viele junge Menschen selbst eine Diagnose wie ADHS oder Autismus an und warum wird dieses Verhalten durch Social Media verstärkt? Habe ich im Herbst gelesen und war fasziniert!
Social Media hat definitiv einen Einfluss. Ich habe das im Familienkreis selbst gesehen. Dieses Kind war fest überzeugt ADS zu haben und hat sich sehr mit den Reels und Content identifiziert.
Das Kind wurde getestet und nein – kein ADS. Warum aber die Überzeugung? Sehr simpel: einerseits um zu einer Gruppe dazu zu gehören und andererseits ist das Verhalten somit gerechtfertigt und dient auch als Rechtfertigung für so ziemlich alles.
Ich hab vermutlich ADHS (Testung steht noch aus) und wünsch das echt keinem…
Die Leute sollten eher froh sein, wenn die Psyche in Ordnung is.
Bin Lehrerin, die Aufmerksamkeitsspanne der Jugendlichen ist einfach eine Katastrophe, hauptsächlich durch TikTok etc. Wundert mich nicht, dass dann viele glauben/hoffen, sie hätten ADHS, weil sie sich nicht konzentrieren können.
Wollte gestern in einer Teilgruppe mit 14 Oberstufen-Schülern, dass sie das Handy abgeben (wohlgemerkt um Film zu schauen lol). Das war 10 Minuten Kampf! Die können und wollen nicht, dass das Scheiß-Teil weiter als 30 cm von ihnen entfernt ist, weil sie es nicht packen.
23 Prozent der 93 befragten Psychologinnen erklärten, diesem Phänomen mittlerweile „viel öfter als früher“ in der alltäglichen Praxis zu begegnen. Was bedeutet „viel öfter als früher“? Von wieviele Fällen sprechen wir hier? Was genau sagt dass jetzt aus? Viel Lärm um Nichts …
“wünschen” sich jugendliche diagnosen oder haben sie einfach symptome zu denen sie antworten haben wollen? ich glaube viele überschätzen wie schnell ärzte auf eigene vermutungen eingehen, ich habe mehrere besucht bis endlich meine autoimmunerkrankung diagnostiziert werden konnte. da war der wunsch ja auch nicht “ich hätte so gern eine chronische erkrankung” sondern viel mehr “ich wünschte jemand würde meine symptome ernst nehmen und mir weiterhelfen”
Als jemand, der selbst professionell diagnostiziert wurde (und als jemand, der Medizin studiert hat, auch ein bisschen einen Einblick von der “anderen Seite” hat):
Ich seh da zwei Seiten. Einmal jene, die ich so verachte, die Trends auf social media, die Romantisierung von Neurodivergenz oder psychischen Störungen, und auch der Opportunismus vieler “Creators”, die dann Content der Art “Hast du auch schon einmal diesen komplett normalen Moment, den wahrscheinlich 95% aller Menschen irgendwann haven, erlebt? Könnte sein, dass du ADHS hast!” machen, und so Leute “auf den Gedanken” bringen.
Dazu kommen noch wirklich fürchterliche Mengen an unprofessionellem Halbwissen oder purer Falschinformation, durch die dann etwaige Falschannahmen auch kultiviert und stärker verinnerlicht werden. Wenn dann jemand durch dieses Social Media Zeug so überzeugt davon ist, und für sich schon beschlossen hat, dass er Störung X oder Y hat, dann kommt genau raus, was oben beschrieben wird: Die Leute haben ihre “eigene Wahrheit” schon entschieden, und wenn dann ein professioneller Diagnoseprozess nicht zu dem selben Schluss kommt, dann fallen die Menschen entweder in ein Loch und eine quasi-Existenzkrise, oder sie versumpfen in einem “Anti-Medizin”-Algorithmus, wo Narrative wiedergegeben werden, die eine “du hast Recht, die Medizin liegt falsch” Ideologie pushen.
Die andere Seite, das sind Menschen, die vielleicht tatsächlich betroffen sind, und sich auch schon immer anders gefühlt haben, und, die durch diese Prävalenz des Themas den Mut oder die Bestärkung erfahren, um dann auch den diagnostischen Prozess zu machen.
Und da kanns dann auch sein, dass die sich eine Diagnose wünschen, um eine Bestätigung für ihr Gefühl, anders zu sein, und, um einen Namen für diese abstrakten Gefühle haben.
Bei mir war es so ähnlich, wie zweiteres, aber nicht ganz. Den Gedanken an mögliche autistische Tendenzen gabs schon lang, lang bevor das Thema auf Social Media wurde. Nachgegangen bin ich dem ganzen erst im Rahmen einer anderen Problematik, wo eine Autismus-Spektrum-Störung evtl. ein Hinweis auf Ursachen gewesen wäre.
Da wars dann so, dass ich vielleicht nicht direkt die Diagnose wollte, aber eine klare Antwort. Kein “in vielen Bereichen schon Überschneidungen, aber in Summe dann doch nicht genug für die Diagnose”.
Ich wollte ein klares “Ja” oder “Nein”, um das Ganze einordnen zu können, und zu diesem Zeitpunkt war mir ehrlich gesagt auch ein “Ja, Autismus” lieber, weil es dann eben auch eine klare Antwort war, anhand derer man dann weiter arbeiten kann. Da will ich nicht ausschließen, dass ich bei einem klaren “Nein” ein bisschen diese “Ok, und was jetzt?”-Verzweiflung gehabt hätte.
Generell will ich damit abschließen: Ja, es gibt insbesondere im Erwachsenenbereich viele undiagnostizierte Betroffene, und oft ist es legitim, wenn Menschen mit dem Gedanken sich Klarheit wünschen.
Ich find aber dieses Schönreden, diese Instrumentalisierung, die Verwässerung und die Falschinformation so grauslich, dass mich das sogar fast abgehalten hätte, wohin zur Diagnose zu schauen, weil ich nicht einer von den Hanseln sein wollt, die jetzt glauben, sie haben die neueste Trend-Erkrankung, und deshalb an klinischen Psychologen besetzen, den andere wirklich brauchen könnten.
Gegen diese Desinformation sollt viel, viel stärker vorgegangen werden.
Und ich sags euch ganz ehrlich: Lieber hätt ich die Herausforderungen, die diese Störungen mit sich bringen, nicht. Dafür würd ich auch meine “coolen Label” mit ASS und ADHS aufgeben.
Es gibt generell mehr Selbstdiagnostiker und Küchenpsychologen, wenn mich meine Wahrnehmung nicht trügt.
Absolute Vollkasperl… ADHD is afach nur BESCHISSEN und ned was ma mal so hat.
Wenn Psychologen sich mit ADHS und Autismus (auch bei Erwachsenen) auskennen würden wäre das halt auch nicht schlecht.
Für ADHS bei Erwachsenen gibts inzwischen ganz gute Testverfahren. Bei einem Test für Kinder war ich nur leicht auffällig aber keine „Störung“. Als ich dann zu wem ging der sich bissl besser auskannte war es für den plötzlich eindeutig das ich ADHS habe.
Grundsätzlich ist so eine Diagnostik keine gute Erfahrung. Mit Psychiatern und klinischen Psychologen reden ist zach. Die sollen dann in 2 Stunden rausfinden was mit einem nicht stimmt. Das ist sowieso eine utopische Vorstellung. Und wenn sie finden man ist eh ok (was auch ziemlich subjektiv is) weil ADHS is ja jetz eine „Modediagnose“, gibts halt ein Schulterzucken und einen feuchten Händedruck.
Und auf der anderen Seite haben die Spezialisten die letzten Jahrzente jedem schlecht angepassten Buben (mit vielleicht leichter Entwicklungsverzögerung) der im Unterricht negativ aufgefallen is das ADHS Label nur so nachgeworfen. Also jetzt hier so tun als gäbs so etwas wie eine „geradlinige“ Entwicklung in einem derart schnelllebigen Forschungsfeld ist auch sehr heuchlerisch.
Im ganzen medizinischen Bereich (außer der Hut brennt schon extrem) muss man sich inzwischen defakto selbst diagnostizieren weil einem sonst keiner weiterhelfen kann. Sonst ist man nämlich im Facharzt Ping Pong und geht einfach nur von einem schulterzuckenden feuchten Händedruck zum nächsten.
Früher galt es als schick und bohemenhaft Tuberkulose zu haben.
Ich hab hier schon einen anderen Kommentar dazu verfasst aber ehrlich gesagt regt mich dieser Artikel schon recht auf.
ADHS wurde bis vor ganz kurzem bei Frauen einfach nie diagnostiziert obwohl es genauso häufig vorkommt und lediglich eine leicht andere Symptomatik aufweist. Das ist nämlich die Kehrseite von diesem Artikel: Systemische Benachteiligung von Frauen bei geistiger Gesundheit. Und dazu gibt’s tatsächlich Artikel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und nicht in der kleinen Zeitung.